Der unterhaltsame Blog-Channel aus der Ferienregion Gstaad mit erlebnisreichen Posts von "Me"

Mittwoch, 14. Juni 2017

Me und das Feldschiessen

TeilnehmerInnen vorbereiten sich mit dem Schiessleiter

Seit mehr als 130 Jahren organisiert die Schweizerische Eidgenossenschaft das traditionelle Feldschiessen, welches als das grösste Schiessfest der Welt gilt. Jeder Schiessstand und -Sportclub der Schweiz ist daran beteiligt und empfängt die Teilnehmer während eines Wochenendes anfangs Juni. Teilnehmen dürfen alle Personen ab 11 Jahren, welchen die Patronen und Waffen der Schweizer Armee frei zur Verfügung gestellt werden.

Die SchützerInnen sind feuerbereit

Vor einigen Tagen habe ich dann beschlossen, mir für den Freitag auch ein Gewehr auszuleihen und selbst am Feldschiessen in Gsteig teilzunehmen. Los ging‘s: der Ohrenschutz wurde aufgezogen und schon konnte ich meine 18 Schüsse unter der erfahrenen Leitung eines Jugend- und Sport-Schiessleiters auslösen. Nachdem das Resultat allerdings nicht wirklich meinen Erwartungen entsprach, tröstete ich mich an der Buvette mit einer hausgemachten und äusserst leckeren Schokoladentorte. Im Lokal bestaunte ich die Trophäen des Vereins, der seit 1934 aktiv ist, und wechselte einige Worte mit dem ehemaligen Präsidenten des Vereins.

Schützer bei der Pistolenübung

Nachdem ich leider keinen Erfolg beim Sturmgewehr hatte, probierte ich mein Glück im Schiessprogramm mit der Pistole. So fand ich mich am Sonntag um elf Uhr vor dem Schiessstand in Saanen wieder. Nachdem ich den Schiesszettel mit all meinen Daten ausgefüllt hatte, musste ich auf meinen Turnus warten und erstmal Platz nehmen. Nun die Verkündung: Schiesslinie 2, eine gute Nummer, ich spüre es!

„Einen Schuss laden und in einer Minute ab meinem Befehl schiessen!“ sagte der Schiessleiter. Es folgten zwei Einzelschüsse und drei Serien von je fünf Schüssen. Die Zielscheibe: ein kleines Blatt in 25 Metern Entfernung. Dieses zu treffen ist gar nicht so einfach, wie es immer aussieht.

Dieses Mal hatte ich jedoch mehr Erfolg. Am Ende der Übung konnte ich 160 Punkte vorweisen und den Kollegen stolz meine Medaille präsentieren. Zum Abschluss des Tages haben wir diesen Erfolg mit einem Barbecue gebührend gefeiert.

Schiesslinien werden immer überwacht

Was ca. 400 andere Teilnehmer und ich in der Region mit Pistole und Gewehr erlebt haben, ist Teil einer langjährigen Tradition, welche dank der Leidenschaft vieler Ehrenamtlicher des Saanenlandes weiterleben kann.

Dienstag, 9. Mai 2017

Me und das fliegende Fondue Caquelon

Trotz den noch winterlichen Temperaturen wagten es meine Freunde aus der Ferne mich letzte Woche im Saanenland zu besuchen. Da wir im Sommer gemeinsam den Glacier 3000 Run absolvieren werden, legten wir jeden Morgen eine kleine Joggingrunde ein. Am Donnerstag, 27. April 2017 in der Frühe entschieden wir uns Richtung Lauenen zu laufen. Denn ich wollte ihnen unbedingt das schöne Bergdorf zeigen und das konnten wir optimal mit unserem Training verbinden.

Winterliche Verhältnisse am 27. April 2017

Für Ende April herrschten an diesem Morgen eisige Temperaturen und kurz nach 8.00 Uhr fielen sogar die ersten Schneeflocken. Warm verpackt und mit noch etwas gemächlichem Schritt machten wir uns auf den Weg. Doch als wir kurz vor der Zimmerei & Chaletbau Burri waren,bemerkten wir etwas Aussergewöhnliches. Bereits von weitem konnten wir sehen, dass da etwas durch die Luft balanciert wurde. Aus der Ferne sah es aus wie eine fliegende Untertasse. Von Schritt zu Schritt wurde unser Tempo schneller. Ich spornte meine Freunde an sich zu beeilen. Wir wollten unbedingt wissen, was sich da vor uns abspielte.

Das fliegende Caquelon

Als wir dann endlich mit keuchendem Atem bei der Zimmerei ankamen, sahen wir, dass soeben ein überdimensionales Fondue Caquelon in einen Lastwagen verladen wurden. Wir kamen gerade noch rechtzeitig, um das Spektakel mit zu verfolgen.

Nach dem beeindruckenden Verlad liessen wir uns von zwei charmanten Damen der Gstaad Marketing GmbH und Herr Burri erklären, dass dies bereits das dritte Riesen-Fonduecaquelon sei, welches die Zimmerei & Chaletbau Burri für Gstaad Saanenland Tourismus anfertigte. Dieses Caquelon durfte nun eine ganz spezielle Reise antreten und zwar wurde es nach Deutschland transportiert. Nach rund sieben Stunden Fahrt sollte es im „Museum Angewandte Kunst“ in Frankfurt am Main eintreffen. Dort darf es für die nächsten fünf Monate Teil der Ausstellung „Picknick-Zeit“ sein. Die Ausstellung findet vom 6. Mai bis 17. September 2017 statt. Am ersten August wird zum 726. Geburtstag der Schweiz ein spezielles Schweizer Picknick mit traditionellen Alphornklängen und echtem Gstaader Raclettekäse organisiert. Veranstalteter sind das Schweizerischen Generalkonsulats sowie Gstaad Saanenland Tourismus.

Das Fondue Caquelon wurde erfolgreich verladen

Nach Erhalt der ausführlichen Informationen machten wir uns wieder auf den Weg Richtung Lauenen. Am Ende dieser Joggingrunde entschieden meine Freunde und ich das fliegende Fonduecaquelon am ersten August in Frankfurt zu besuchen. Nun freuen wir uns bereits auf einen nächsten spannend Ausflug nach Deutschland und hoffen euch bald weitere Geschichten vom fliegenden Fonduecaquelon erzählen zu können.

Mittwoch, 8. Februar 2017

Me auf den Pisten

Dieses Wochenende verbrachte ich auf den wunderschönen Pisten in Gstaad. Ich lud meine Freunde ein mich im Saanenland zu besuchen. Sie kamen am Freitagabend bei mir Zuhause an. Ich hiess sie herzlich willkommen und zeigte ihnen ihr Zimmer.

Sonnenaufgang Richtung Gstaad

Nach einem reichhaltigen Frühstück zog es uns auf die Pisten bei perfektem Wetter. Mit dem Auto erreichten wir die Talstation Rübeldorf. Kaum ausgestiegen, waren wir auf dem Sessellift Richtung Bergspitz Eggli. Die Schneekonditionen waren optimal und wir genossen jeden Atemzug in der frischen Bergluft. Nach einigen Runden mit dem Sessellift Saanen – Eggli gingen wir Richtung Rougemont. Der Weg führte auf den Skis übers Chalberhöni und Les Gouilles. In Rougemont nahmen wir die Achtergondelbahn auf die La Videmanette.

Auf der Terasse "La Videmanette" kann das Panorama genossen werden

Die Piste nach Rougemont gefiel uns sehr gut. Diese fast 10 km lange Abfahrt ist eine der längsten der Region. Bereits nach der zweiten Runde hatten wir Hunger. Daher fragten wir unten am Schalter nach einem Restaurant. Der Herr am Schalter teilte uns mit, dass das Bergrestaurant auf dem Spitz frisch renoviert wurde und uns dort ein feines Mittagessen erwartet. Wir stiegen in die Gondel und wurden nicht enttäuscht! Der Service im Bergrestaurant, das Essen, die Getränke und das gute Ambiente sorgten für eine angenehme Mittagspause.

Das renovierte Bergrestaurant "La Videmanette"

Der Nachmittag verging wie im Flug und wir machten uns auf den Weg zurück in meine Wohnung.
Am nächsten Morgen gingen wir nach Schönried und nahmen von dort aus den Sessellift aufs Horneggli. Dieser Sektor, welcher der grösste der Region ist, verbindet die Dörfer Schönried, Saanenmöser, Zweisimmen und St. Stephan mit Bergbahnen. Nachdem wir einige schöne Pistenkilometer hinter uns hatten, beschlossen wir im Bergrestaurant Saanerslochgrat einen Halt zu machen. Auch dieses Restaurant wurde erst kürzlich renoviert.

Mittagspause im renovierten Bergrestaurant Saanerslochgrad

Satt und munter gingen wir noch einmal auf die Piste. Der Tag neigte sich dem Ende zu und meine Freunde mussten sich langsam auf den Heimweg machen. Fazit meiner Freunde: Die Pisten, die Mitarbeiter und das Essen übertrafen deren Erwartungen. Nächsten Winter werden sie sicherlich wieder diese Region besuchen. Sie freuen sich jetzt schon darauf!

Donnerstag, 29. September 2016

Me und die Leichtigkeit des Pedalens

Der Herbst erstrahlt momentan in seinen schönsten Facetten. Herrliche Fernsicht, satte Farben, warme Tage und kühle Abende. Zur Inspiration möchte ich euch von einem der letzten Wochenende zusammen mit zwei Freunden berichten und wie wir wieder einmal meine Lieblingsregion genossen:

Die Wetteraussichten waren viel versprechend. Darum hatten wir das wichtigste fürs Wochenende gepackt und sind am Freitagabend ab auf den Zug nach Gstaad. Dank der direkten und schnellen Züge ab Bern bis Zweisimmen war die Anreise in die Region stressfrei und unkompliziert.

Damit wir am Samstag und Sonntag die Region ohne Einschränkungen geniessen konnten, haben wir natürlich die Gstaad easyaccess card gekauft und drei eBikes für uns bei einem lokalen Bikeshop gemietet. In der easyaccess card sind die Bergbahnen, verschiedene öffentliche Verkehrsmittel sowie diverse Angebote zur Freizeitgestaltung inklusive.

Bis jetzt waren wir noch nie auf eBikes unterwegs, doch die vielen positiven Geschichten von Verwandten und Freunden haben uns neugierig gemacht. Nach einer kurzen Instruktion ging es los. Bereits in der Fläche spürten wir die Hilfe durch den Motor ein wenig. Wir wählten aber bewusst nur wenig Unterstützung. Erstens hatten wir noch viel vor und zweitens wollten wir uns doch ein wenig sportlich fühlen. Als erstes wollten wir die Tour zum Lauenesee machen. Im Spätsommer und Herbst leuchtet die Landschaft um den See in den schönsten Farbtönen. Der Aufstieg der Veloroute folgt der Nebenstrasse und nicht der Zubringerstrasse zum See. Das heisst praktisch keine Autos, aber doch eine ziemliche Steigung.

Idyllische Stimmung mit Blick zum Lauenensee

Jetzt erhöhten wir die Unterstützung auf die grösste Stufe – und wir entdeckten die Leichtigkeit des Pedalens! Was bisher nur mit einiger Anstrengung machbar war, wurde plötzlich zu einer gemütlichen Ausfahrt. Wir überholten sogar einen Rennrad-Fahrer, der uns wahrscheinlich deswegen ein wenig zermürbt nachblickte. Nach dem währschaften Mittagessen im Restaurant beim See genossen wir auf dem Steg das herrliche Wetter und die Ruhe.

Erholung auf dem Bootssteg

Nach dem Mittagsschläfchen schwangen wir uns wieder auf unsere eBikes und fuhren zurück nach Gstaad. Von dort ging es weiter nach Saanen. Das Dorf ist das historische Herzen der Region. Das Heimatmuseum und der liebevoll gepflegte, historische Dorfkern lassen diese Geschichte erleben. Das Museum Saanen zeigt momentan eindrückliche Spezialausstellung zu den Saaner Glocken.

Durchfahrt durch das verkehrsfreie Saanendorf

Von Saanen fuhren wir zurück ins Hotel und freuten uns auf einen schönen Abend, ohne nach diesem erlebnisreichen Tag todmüde zu sein.

Am Sonntag hielt das schöne Wetter an. Die herrliche Fernsicht auf einem Berg wollten wir uns nicht entgehen lassen. Die Wahl fiel auf das Rellerli. Bis zur Talstation fuhren wir wieder per eBike. Von Gstaad nach Schönried fuhren wir die Gruben hoch. Einfach schön, so locker aufwärts fahren zu können.

Langer Anstieg in Gruben

Aufs Rellerli sind wir natürlich mit der Bergbahn hochgefahren. Diese easyaccess Karte soll ja genutzt werden und die Naturstrassen am Rellerli sind doch eher etwas für Mountainbiker. Die Rundsicht auf dem Rellerli war wie immer genial und meine Freunde wollten fast nicht mehr ins Tal zurück. Leider mussten wir auf dem Rellerli feststellen, dass ich vergessen hatte den Akku des Fotoapparates zu laden, so dass ich leider für den Rest des Tages keine Fotos machen konnte.

Zum Glück hatten wir wenigstens die Akkus unserer eBikes gründlich aufgeladen. Auf der nationalen Veloroute Nr. 9 genossen wir dann noch ganz entspannt die Rückfahrt nach Gstaad.

Dienstag, 26. Juli 2016

Nun zählt es…Laufen & Spenden!

Laufen ist eine Freundschaft, meistens eine bleibende und erinnerungsträchtige.

Die dabei involvierten Menschen & Erlebnisse bleiben für immer, egal wo sie sich auf unserem wunderbaren Joggingplaneten ereignet haben.

Meinen ersten Muskelkater hatte ich einem Arbeitskollegen zu verdanken, der mich ziemlich überraschend an einen Halbmarathon mitgeschleppt hat.

Mit Herzklopfen und Schweissausbrüchen verbrachte ich die Nacht davor schlaflos. Am Start fühlte ich mich wie ein Waschlappen im Schleudergang.

Morgendliche Stimmung


Doch kaum trabten die farbig beschuhten und technisch bekleideten Mitbestreiter los, war ich mit meiner rudimentären Laufausrüstung (Fussballleibchen, elegante Shorts und Turnschuhe zum Squashen) im Hype.

Ich bewegte mich deutlich über der mir damals noch glücklicherweise unbekannten anaeroben Schwelle. Das bald einsetzende Seitenstechen konnte ich trotzdem einordnen, gab jedoch einfach der langen Distanz dafür Schuld.

Im Ziel angekommen, hatte ich unschuldig mehrere Teilnehmer überholt und meine Vorgabezeit pulverisiert. Der anschliessende Pasta Teller hat noch nie besser geschmeckt, konnte aber meine durch die unübliche Ernährung mit Energieriegeln und Gels gestresste Verdauung vorerst nicht beruhigen.


Belohnung nach einem Trailrun - Pasta, Vino & Fussball


Trotzdem ich fühlte mich wie ein dopingfreier Doppelolympiasieger bei der Nationalhymne.

Das ist Jahre her, geblieben ist die Passion zum Joggen. Dazu kamen viele neue Kollegen und Kolleginnen im Laufschritt. Ab und zu habe ich diese dann an ihren ersten Contest mitgeschleppt. So wie jetzt das Gstaad Saanenland Team zum Glacier 3000 Run.

Ebenfalls später realisierte sich die Idee von Laufen und Geldsammeln, kurz genannt Run4Life.

In diesem Sinne startet das Team Gstaad Saanenland beim Glacier 3000 Run 2016.

Mit dem Geld wollen wir einem sehbehinderten und wenig gut situierten Menschen Ferien in der herrlichen Region Gstaad ermöglichen.

Mit dem Hotel Solsana in Saanen haben wir ein für die Schweiz aussergewöhnliches Haus und mit der Stiftung Claire & George www.claireandgeorge.ch einen perfekten Partner, um sehbehinderten Reisenden eine hervorragende Unterkunft zu bieten.

Hotel Solsana


Natürlich werden wir anschliessend darüber berichten, wie viel Geld für die Aktion gesammelt werden konnte und mit welcher Urlaubsüberraschung wir unseren “speziellen” Gast verwöhnen durften. Wir danken also schon jetzt für Euren Beitrag auf UBS Filiale Gstaad, Konto RUN4LIFE, CH66 0023 3233 7703 19M2 R jeder Betrag ist herzlich willkommen!

Wer selber nicht spenden kann, darf uns am 6. August einfach die Daumen drücken, damit wir alle gesund, ausgeschlafen und ohne Verdauungsprobleme im Ziel auf 3000 Meter ankommen.

Wer mehr zu dieser Aktion wissen will, darf uns auf thomas.schetty@gstaad.ch kontaktieren. Weiter Infos findet ihr auf der Medienmitteilung und zum Lauf auf : www.glacier3000run.ch.

Montag, 18. Juli 2016

Mit 30 Kühen steil hinauf auf die Alp

Meielsgrund ist ein Talkessel umgeben von steil aufragenden Felswänden. Hier soll es also hinaufgehen. Mit 30 Kühen. Zu Fuss. Ich wurde eingeladen, eine der spektakulärsten Zügel-Etappen der Region mitzulaufen. Ich habe zugesagt... und stehe nun gegen 18 Uhr beim Gstaader Bauern und Boutiquenbesitzer Lorenz Bach vor dem Stall mit einem Stock in der Hand, Wanderschuhen an den Füssen und mächtig Herzklopfen, ob ich das wohl schaffen werde. Für Zweifel ist keine Zeit mehr, als die ersten Kühe den Stall verlassen. Auch sie sind nervös, weil die Stallroutine heute durchbrochen ist. Sie kennen das Zügeln hinauf auf die Meiels Alp schon und marschieren munter, geleitet von Hirten zum Einstieg in den Hang. Ein Glück, geht es hinauf weitaus langsamer als hinunter. Ich erinnere mich an den Alpabzug vom Kühtungel von vor zwei Jahren. Mamma Mia - ich habe noch nie Kühe derart rennen gesehen wie damals...

Am Anfang des Alpaufzuges

Gemächlich und vorsichtig ziehen die Tiere hier bergwärts. Die Treiber lassen ihnen keine andere Wahl. Vorsicht ist für Mensch und Tier geboten. Das Gelände ist voller Steine, Mulden und Löcher und birgt einiges an Verletzungspotenzial. Wenn eine Kuh kehrt und dann doch lieber wieder Richtung Tal laufen möchte, muss der Mensch schnell reagieren, springen und sie zurück auf den richtigen Weg lenken. Das braucht Kraft, Mut, Erfahrung und Kondition. Tja... ich bringe fast nichts davon mit. Die Situation fragt aber nicht danach und so liegt es an mir, selbige zu meistern. Je höher wir steigen, desto besser klappt das. Die Kühe geben das Tempo vor. Für ihre Gemächlichkeit bin ich weiss Gott dankbar.

 
Während dem Alpaufzug

Eineinhalb Stunden dauert der Aufstieg bis auf knapp 2000 Meter. Immer wieder öffnen sich herrliche Ausblicke auf das umgebende Panorama - im Abendlicht und unter dramatischen Wolkenformationen ein eindrückliches Erlebnis. Je näher wir der Alphütte kommen, desto grösser wird die Vorfreude auf das gemeinsame Z'nacht. Ein Schluck Wasser aus einer Quelle auf dem Weg sorgt für eine herrliche kurze Pausenerfrischung.

Auch die Kühe sind froh, als sie endlich am Ziel ankommen. In langen Zügen schlürfen sie das Wasser aus der Wanne, die als Tränke bereit steht, während die Hütten-Crew drin den Tisch deckt. Schinken, Wurst, Käse verschiedener Reifegrade, Brot, ein paar Trauben und natürlich ein Gläschen Weisser bringen die Kräfte zurück, die der Weg nach oben verzehrt hat. Die brauchen wir auch, denn wir müssen ja auch wieder runter... Zu Fuss, aber immerhin ohne Kühe.

Neue Kräfte für den Rückweg sammeln

Die Helfer mahnen zur Eile. Über dem Berg verdichten sich die Wolken zu dem bereits für den Nachmittag angekündigten Gewitter und die Dämmerung kündigt sich an. Aus dem gemütlichen Abstieg wird nichts. Jetzt heisst es "seckle", wenn wir es trocken hinunter schaffen wollen. Wie die Bergziegen springen die Kollegen den Weg entlang. Und wieder habe ich keine andere Wahl als mich bestmöglich anzupassen. Das sich nähernde Donnergrollen macht es mir leicht...


Ein Gewitter zieht auf. Zeit zur Heimkehr

Und nein, wir haben es nicht trockenen Fusses ins Tal geschafft. Auf den letzten 100 Metern kam die himmlische Gratis-Dusche, auf die wir alle liebend gern verzichtet hätten. Immerhin hat uns das Gewitter nicht voll erwischt, dann wäre es nämlich nicht mehr lustig gewesen. Ich muss wohl nicht sagen, dass ich in dieser Nacht mehr als gut geschlafen habe. Und mit einem gewissen Anflug von Stolz, berichte ich euch ebenfalls gern, dass ich fast keinen Muskelkater hatte. Dieses Abenteuer war sehr eindrucksvoll. Die Vorstellung, wie anstrengend erst der Abstieg mit den Kühen sein muss, hat mir das romantische Ideal vom allzeit zufriedenen Bergbauern gründlich zurechtgerückt. Es hat mir auch vor Augen geführt, wie wichtig Zusammenhalt, Teamwork, Respekt vor der Natur und gegenseitiges Vertrauen speziell in den Bergen ist. Wenn sich euch die Gelegenheit bietet, geht es erleben. Es lohnt sich.

Mittwoch, 29. Juni 2016

Die Sanduhr zum Glacier 3000 Run 2016 rinnt weiter!

Ja ich gebe es zu, es sind und waren schwierige Trainingswochen. Bei Sturm, Regen und zum Teil winterlichen Temperaturen montiert man die Laufschuhe weniger enthusiastisch. Aber genau diese Momente zählen und oft macht man dabei in unserer Trainingslandschaft im herrlichen Saanenland die emotionalsten Erfahrungen. Die schicke Gänsehaut wechselt dabei vom kühlen Auftakt zu unvergesslichen Bildern und Momenten unterwegs.

Frühmorgendliche Stimmung im herrlichen Saanenland

Sobald man die ersten nassen Schritte auf tollen Trails hinter sind hat, zählt Petrus schlechte Laune so wenig wie ein erfolgreich zerschlissenes Schweizer Nati Jersey an der Euro in Frankreich. Mit der Zeit kann man sogar die verschiedenen Berner Oberländer Regenarten am Aufprall der Tropfen auf dem Kopf erkennen. Ob das für meine weitere Laufkarriere einen positiven Einfluss hat, kann ich noch nicht bewerten.

Sonniges Wetterfenster am Lauenensee

Platzregen mit leichten Hagelkörnern lenkt leicht vom Weg ab. Der an eine Autowaschanlage erinnernde Saanenländer Sprühregen bietet dabei ein angenehmeres Erlebnis, hier wird man zwar ebenfalls klatschnass, dafür immerhin mit Style. Eine eindrückliche Erfahrung sind die zärtlich auf einem Baum oder Busch in unserer üppigen Vegetation angesammelte Monstertropfen, die sich dann rechtzeitig von ihrem sicheren Aufenthaltsort auf den unschuldigen Läufer stürzen. Der Spass daran ist, dass man die heranstürzenden Wassermassen versuchen kann, mit dem Mund einzufangen. Das ist ein vergnügliches und zeitraffendes Abendteuer. Vor allem wenn gleichzeitig überraschende Zutaten mit der herunterfallenden Wasserbombe surfen.

Ebenfalls thrillig ist der Schneckenslalom, angelockt durch die feuchten Verhältnisse, ist man den schleimigen Kollegen im Wald zahlenmässig deutlich unterlegen. Daher lohnt es sich, die Freundschaft zu den langsamen Eingeborenen positiv aufrecht zu erhalten. Zerquetschen ist tabu!
Für diese koordinative Performance wird man vom Wald mit feinsten Begegnungen belohnt. Hier trabt ein scheues Reh davon, dort marschiert mein persönliches Lieblingsregentier, der schwarz glänzenden Alpensalamander (Salamandra atra), gemächlich vor meinen dampfenden Laufschuhen vorbei.

Es ist aktuell seine Balzzeit und dabei stellt er sich mit breiter Salamander Brust auf jeden freien Wanderweg. Übrigens kann man das urzeitliche Tier bis auf knapp 3000 Meter finden. Es würde jetzt nicht weiter überraschen, wenn ein Brontosaurus an der Saane seine Gräser kaut. Es sind diese Moment, die einem im Regen ein Lächelns ins Gesicht zaubern.

Alpensalamander

So kommt man seinem Runnershigh selbst äusserlich misslichen Verhältnissen immer näher. Verstärkt durch das plötzliche Auftauchen eines unerwarteten Sonnenstrahls in einer tieftraurig hängenden Nebelschwade steigert sich das Endorphine Herzklopfen. Die Schuhe sind nun inklusive Socken endgültig durchnässt. Das T Shirt und die Schutzjacke kleben mit einem Gemisch aus Regenwasser und Schweiss am Körper. Und wisst ihr was, das ist zwischenzeitlich so egal, dass ich mit fröhlicher Gänsehaut gleich noch ein paar Kilometer anhänge und guten Mutes auf den Brontosaurus warte. Als Belohnung bräteln wir danach auf einer der verschiedenen Feuerstellen ein saftiges Läufersteak. Die lokalen Feuerstellen werden übrigens luxuriös gepflegt und sogar mit Feuerholz ausgerüstet!

Regentropfen verwandeln sich zum majestätischen Wasserfall

Lust auf Laufen mit Regentropfen und Bräteln gekommen…na dann los geht’s…es hat übrigens noch Startplätze für den Glacier Run. www.glacier3000run.ch; Single, Team und Alpine Nordic Walking – 26 Kilometer von Gstaad auf den Gletscher mit 2000 Höhenmeter!

Kurz vor dem Ziel am Glacier 3000 Run