Der unterhaltsame Blog-Channel aus der Ferienregion Gstaad mit erlebnisreichen Posts von "Me"

Donnerstag, 28. Mai 2015

Me am Alpaufzug

Als ich gestern Abend mein Edelweisshemd aus dem Schrank zupfte, verspürte ich bereits eine gewisse Aufregung. Denn heute hatte ich das Vergnügen bei einem Alpaufzug mithelfen! Bereits um 5 Uhr morgens stand ich rausgeputzt in meinem Edelweisshemd im Stalleingang im Gsteig. Die Bauern molken gerade noch die letzten Kühe, damit ihnen der steile Aufstieg zur Alp leichter fallen würde. Währendem die Kinder ihre Stöcke schnitzten, war die Bäuerin dabei, die frisch gepflückten Blumen zu einem wunderschönen Bouquet zusammen zu stecken. Die einen Gestecke waren nur klein, andere wiederum riesig und auf einen Melkstuhl gebunden. Warum sie wohl so unterschiedlich gross sind…?


Die Bäuerin erklärte mir, dass es drauf ankommt, wie alt und fit eine Kuh ist, ob sie ein grosses oder ein kleines Gesteck auf dem Kopf tragen wird. Die jungen „Gustis“ und die alten Kühe werden mit einem kleinen Gesteck und einer kleine Treichel geschmückt, damit für sie der lange Weg nicht allzu anstrengend sein wird. Die kräftigen Kühe in ihren besten Jahren erhalten die grosse Ausstattung. Somit werden sie schneller müde und passen sich dem gemächlicheren Tempo der älteren Kühe an.


Aber jetzt genug über den Schmuck! Der Bauer band den Kühen bereits die Treicheln, während die Bäuerin begann, den Blumenschmuck zu befestigen. Mittlerweile färbte sich der Himmel rot, die Sonne erleuchtete das Spitzhorn und der Tau im Talboden glitzerte. Wie ich weiss, ist Morgenrot kein gutes Wetterzeichen, denn dies bedeutete Regen! Ich packte also noch rasch meine Regenjacke ein, bevor wir die ersten Kühe aus dem Stall hinaus auf die Wiese liessen. Die Kühe jagten einander und eine grosse Anspannung war zu fühlen. Die Kinder erklärten mir, dass die Kühe immer sehr aufgeregt seien, endlich auf die Alp zu dürfen, denn dort wartete bereits das frische, saftige Berggras.


Gegen 8 Uhr starteten wir dann mit unseren Kühen. Der Bauer ging mit den Kindern voran Richtung Schönried und die Bäuerin bildete das Schlusslicht. An allen Strassenrändern standen Einheimische und bewunderten die schön geschmückten Kühe. Unterwegs durchquerten wir die Gstaader Promenade, wo sich die Tiere nochmals einen grossen Schluck Wasser aus dem Brunnen gönnten, bevor es weiter durch die Gruben Richtung Schönried ging. Unser Ziel war das Rellerli ob Schönried. Je weiter wir kamen, desto dunkler färbte sich der Himmel. Als wir gerade in Schönried ankamen, fiel mir der erste grosse Regentropfen auf die Nase. Weiter im strömenden Regen nahmen wir den letzten Anstieg in Angriff. Dann endlich nach zweieinhalb Stunden erblickten wir die Berghütte. Die Bäuerin schloss noch den Zaun hinter den Kühen zu und dann liessen wir sie erstmal ihr wohlverdientes Gras geniessen.
Auch wir genossen die Erholung in der Berghütte. Bei Züpfe, Hobelkäse und Trockenfleisch blickten wir zurück, wie der Alpaufzug verlaufen ist, und freuten uns auf die bevorstehende Alpzeit.

Dienstag, 21. April 2015

Me im Frühlings-Skifahrfeeling

Die Morgensonne

Was für ein Tag! Gibt es etwas Herrlicheres als an einem freien Tag vom Kitzeln der Sonnenstrahlen geweckt zu werden? Gestern hatte ich wieder einmal das Vergnügen. Als ich sogleich auf meinen Balkon trat, strahlten die Bergwipfel, von der Morgensonne beleuchtet, bereits um die Wette! Beim Anblick des glitzernden Frühlingsschnees kamen bei mir wieder die Wintergefühle auf und die Lust zum Ski fahren packte mich sofort! Ich erkundigte mich im Internet, ob denn die Möglichkeit Ski zu fahren überhaupt noch besteht.

Also eigentlich war ich mir fast zu 100 % sicher, dass man auf dem Glacier3000 noch Skifahren kann und die Bestätigung lieferte mir die Webseite der Destination Gstaad auch sofort! Als einzige Destination im Berner Oberland, bietet Gstaad Frühlings-Skifahrfeeling noch bis zum 3. Mai an. Ist das nicht toll!? 

So machte ich mich mit dem Postauto auf den Weg zum Col du Pillon, wo mich einmal mehr schon bei der Talstation die einmalige Kulisse begeisterte. Nach ungefähr 20 Minuten erreichte ich den Glacier3000. Und wie immer übermannte mich dich unglaubliche Aussicht um ein Haar. „THE VIEW OF THE ALPS“, hiess es da auf einem Plakat und in der Tat, ich kann mich an kein ähnlich schönes Panorama erinnern, wie jenes auf dem Glacier3000! Schlichtweg fantastisch!

Das wunderschöne Bergpanorama

Aber eigentlich war ich ja zum Skifahren gekommen. So schnallte ich meine Skis an die Füsse und genoss tolle Sulzschwünge und den Sound des Schnees, der rauschend unter meinen Skis davon rutschte. Nach einigen tollen Fahrten, hörte ich auf dem Bügellift meinen Magen knurren. Ein eindeutiges Zeichen und so entschied ich mich dem Refuge l’espace einen Besuch abzustatten. Ich hatte Glück und sicherte mir zuvorderst auf der Terrasse den besten Platz. Bei einer Käseschnitte, mit Käse aus der Region, genoss ich das wunderschöne Bergpanorama und die Sicht auf die Tal-Ebene des Kantons Wallis.

Die atemberaubende Sicht ins Wallis

Da bei der bereits starken Frühlingssonne die Verbrennungsgefahr schon relativ hoch ist, cremte ich mir noch kurz das Gesicht ein, bevor ich mich wieder auf die Skis machte und die letzten Schwünge des Tages genoss! 

Denn ich hatte noch etwas vor! Ich wollte unbedingt noch den PeakWalk überschreiten. PeakWalk? Das ist diese gigantische Hängebrücke auf dem Glacier3000, welche zwei Berggipfel miteinander verbindet. Obschon meine Beine bereits müde waren, erklomm ich die Treppe Richtung Hängebrücke bis zum Schluss. Langsam wagte ich den ersten Schritt auf die 80 Zentimeter breite Brücke und sah unter mir die steilen Abhänge der Berggipfel. Es lief mir kalt den Rücken runter! Ich brachte die über 100 Meter mit klopfendem Herz hinter mich und war erleichtert, als ich auf der Aussichtsplattform auf der anderen Seite angekommen war. Nun konnte ich die gigantische Aussicht so richtig geniessen und schoss einige Fotos, bevor ich den Rückweg über die Brücke wagte. Obschon meine Beine noch immer ein wenig zitterten, war ich beeindruckt vom PeakWalk! Was für ein Erlebnis!

Der Peak Walk by Tissot
  
So neigte sich ein fantastischer Tag langsam dem Ende zu. Ich kann euch nur eins sagen: „Den Glacier3000 im Frühling zu besuchen, kann ich jedem wärmstens ans Herz legen!“ 

Dienstag, 17. März 2015

Me begeistert vom Ride on Music

Ride on Music das klingt doch äusserst vielversprechend, dachte ich mir! Ein Festival im Wintersportgebiet Gstaad Mountain Rides, verteilt auf verschiedene Locations, mit tollen Bands und cooler Atmosphäre und dies den ganzen Tag lang! Wow, das durfte ich nicht verpassen!

Das Open-Air Erlebnis, das Wintersport und Musikgenuss auf der Piste vereint.

Nun, ich verpasste es auch nicht! Schon am Freitagabend an der Pre-Party im Jam Pub in Saanen ging die Post so richtig ab. Die Band Chamito vermochte zu begeistern und heizte dem zahlreich erschienenen Publikum schon mal so richtig ein. Der Weg für ein tolles Ride on Music Wochenende war geebnet.

Zusammen mit meinen partywütigen Freunden machten wir uns am Samstagmorgen schon früh auf den Weg nach Schönried. Denn nebst den Konzerten wollten wir uns am Morgen noch unseren heissgeliebten Skis widmen. So nutzten wir die guten Bedingungen für ein paar rauschende Abfahrten. Top!
Um die Mittagszeit fanden wir uns dann am Igludorf ein, wo der erste Gig des Tages starten sollte. Bei gemütlichem Singer/Songwriter Sound von Dimi Music, einem kalten „Plättli“ und dem ersten aufheiternden Getränk des Tages, genossen wir das einmalige Ambiente auf dem Saanerslochgrat!

Chillige Atmosphäre beim Igludorf


Schon bald ging es weiter Richtung Pasatiempo, wo das zweite Konzert des Tages für weiter steigende Laune sorgte. Die Menschentraube wurde grösser und grösser und ringsum waren, zu gemütlichen Folksound der Band Make Plain, zufriedene Gesichter auszumachen. Die Stimmung war bereits munter, obschon der grosse Abend, mit gleich drei Konzerten, an der Talstation Horneggli erst noch bevorstand!

Einmaliges Bühnenbild beim Pasatiempo

Die Bands The Raveners, Open Season und The Gardener & The Tree sorgten dann für ein unvergessliches Konzerterlebnis mit Stimmung am Siedepunkt. Insbesondere Open Season vermochte das Festivalzelt in ein richtiges Tollhaus zu verwandeln. Das Publikum zeigte sich von seiner besten Seite und motivierte die Band zu mehreren Zugaben.

Open Season rocken Festivalbühne und...

...sorgten für beste Stimmung.

Etwas geschafft aber glücklich machte ich mich nach Mitternacht mit dem Extrabus auf den Heimweg. Wollte ich doch den Abschluss des Festivals, der für Sonntag an der Horny Bar angesetzt war, auf keinen Fall verpassen! Leider konnte ich nicht mehr all meine Freunde mobilisieren, viele waren noch an die Afterparty in die t-Bar und der eine oder andere schaute dabei wohl ein bisschen zu tief ins Glas :)

Jedenfalls war meine Entscheidung goldrichtig. Das Konzert von Nüt Verunguet war der gelungene Ausklang eines tollen Festivals. Ich freue mich schon jetzt auf nächstes Jahr!

Auf bald am Ride on Music!

Dienstag, 3. März 2015

Mein Fatbike Erlebnis

Wie ihr bestimmt schon wisst, liebe ich es, im Sommer mit dem Bike die bezaubernden Winkel der Destination Gstaad zu erkunden. Leider konnte ich bis jetzt meiner Leidenschaft nur in der warmen Jahreshälfte nachgehen. Jetzt ist aber Schluss damit, denn die Fatbikes, die es neu in der Region gibt, machen das Biken auch im Winter möglich.

Auch ich wollte das neue Angebot testen und so begeisterte ich meinen Freund zu einem Ausflug ins wunderschöne Sparenmoos. Um 10 Uhr verabredeten wir uns vor dem Bikeshop Sputnik in Zweisimmen. Zügig mieteten wir je ein Fatbike – es gibt sie übrigens auch in den anderen Bikeshops unserer Region. Zum ersten Mal hielt ich ein Fatbike in den Händen. Wow! Auf den Fotos, die ich bis jetzt gesehen hatte, wirkten die Reifen schon dick, aber in der Realität sind sie noch viel beeindruckender. Und so ging es los mit unserem Abenteuer.

"Come up, slow down"-Feeling auf dem Sparenmoos

Erstaunlich leicht kraxelten wir hoch ins Sparenmoos. Zuerst auf der Strasse und danach auf dem Winterwanderweg bis zur Schiltenegg hinauf. Von dort weiter über flowige Trails zurück zum Berghotel Sparenmoos. Dank den breiten Reifen ist es uns problemlos gelungen über schwierige Untergründe wie Schnee oder Eis zu fahren. Einzig auf dem Neuschnee drehte mein Rad kurz durch, aber ein wenig Action gehört dazu. :)

Der Aufstieg ins Sparenmoos lohnt sich allemal, wurden wir doch mit einem unfassbar schönen Ausblick belohnt.

Von dieser Aussicht kann ich nie genug bekommen

Mein Freund und ich gönnten uns die redlich verdiente Pause beim MUMA Buvette beim Berghotel Sparenmoos. Bei schönstem Wetter relaxten wir auf der Terrasse und bestellten uns etwas Feines zum Essen. Ich habe mich für eine Trilogie der besten Alpkäse der drei Alpen auf dem Sparenmoos sowie eine Ueli Grümpelwurst entschieden. Eine vorzügliche Wahl.

Mmm, lecker war es!

Nach unserer köstlichen Stärkung und dem Genuss der wärmenden Sonnenstrahlen schwangen wir uns dann wieder auf unsere Fatbikes. Es ging zurück Richtung Zweisimmen. Dieses Mal kurvten wir den Schlittelweg hinunter und gaben nochmals alles. Auf unserer Tour, die ca. 4 Stunden dauerte, sind wir vielen Wanderern begegnet. Nicht zuletzt, weil wir rücksichtsvoll an ihnen vorbeigefahren sind, erhielten wir stets freundliche und neugierige Rückmeldungen.

Das Fatbike ist ein richtiges Spassgerät für alle Bike–Fans. Und das Gelände auf dem Sparenmoos ist ideal für einen genussvollen Ausflug. Zudem bieten das Hotel Sonnegg Zweisimmen, die Bikehändler und die Crew vom Sparenmoos vom 7. bis 8. März 2015 ein Fatbike-Testwochenende auf diesem herrlichen Gelände an.

Hoffentlich begegnen wir uns da!

Mittwoch, 11. Februar 2015

Nostalgietage in der Ferienregion Gstaad

Endlich Winter! Nach den ergiebigen Schneefällen von anfangs Februar bin ich nun in richtiger Winterstimmung. Jede freie Minute nutze ich, um meinen Skiern den wohlverdienten Auslauf zu gewähren; mussten sie doch ziemlich unten durch zu Beginn des Winters :) Erst letztes Jahr hatte ich ein neues Modell meiner Lieblingsmarke gekauft und so sind sie immer noch hungrig nach dem perfekten Pulverschnee in der Ferienregion Gstaad.


Am letzten Samstag hiess es für meinen neuen Ski jedoch, wieder einmal zuhause bleiben! Denn vor zwei Wochen hatte ich im Veranstaltungskalender von Gstaad Saanenland Tourismus den Event Nostalgietage erblickt. Sofort begann ich nach der passenden Ausrüstung für diesen speziellen Tag zu suchen, und verabredete mich eiligst mit ein paar Freunden, um den Tag genau zu planen.

Nun standen wir erwartungsfroh am Bahnhof Zweisimmen und warteten noch auf einen guten Freund, der mit dem Zug direkt von Bern anreiste. Er verblüffte uns total mit seiner originellen nostalgischen Ausrüstung. Mit altmodischer Kappe, fast schon antiker Sonnenbrille und in einem überaus amüsanten, gelb-pinken Ski Anzug begrüsste er mich und meine Kollegen. Wir konnten uns bei seinem Anblick ein Schmunzeln nicht verkneifen. Doch war er nicht der einzige Hingucker. Meine Ausrüstung konnte sich genauso sehen lassen. So hatte ich im alten Heuschober meines Grossvaters ein paar Holzlatten aus den 30er Jahren gefunden. Ich war mir sicher, dass meine Latten, die ältesten sein würden. Beim Gedanken daran, ob ich es schaffen würde, ein paar schöne Schwünge in die Hänge zu zeichnen, war ich jedoch nicht mehr ganz so überzeugt :)


Nun fragt ihr euch aber bestimmt, was es denn auf sich hat mit diesen Nostalgietagen! Vielleicht habt ihrs schon gehört. Der Schweizer Wintertourismus feiert in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag! Wenn das mal nicht Grund zum Feiern ist! Das dachten auch die Skischulen in der Ferienregion Gstaad und organisierten ein tolles Geburtstags-Wochenende für den Schweizer Wintertourismus!


Nun aber zurück zum spassigen Treiben am Rinderberg. Immer wieder erblickte man während des ganzen Tages Jung und Alt in nostalgischer Kleidung und Ausrüstung. Der Anlass vermochte zu begeistern. Und auch ich kam immer besser in Schwung. Mit der Zeit hatte ich den Dreh raus und carvte schon fast die perfekt präparierten Pisten hinunter. Am speziell organisierten Skirennen getraute ich mich jedoch nicht teilzunehmen. Ich hatte Angst um meine Latten, gelten sie doch schon fast als Familienerbstück. So überliess ich die grosse Bühne meinen Freunden, die sichtlich Spass hatten.


Den gelungenen Tag liessen wir dann zum „z’Vieri“ in der Lotharstallbar ausklingen. Wobei ausklingen vielleicht das falsche Wort ist. Wir gaben dort nochmals so richtig Gas!

Mittwoch, 21. Januar 2015

Fondueland Gstaad – Ich bin beeindruckt!


Liebe Freunde, vor langer langer Zeit, ich glaube es war im Juni, habe ich euch versprochen dem Riesen-Caquelon im Schlittmoos ob Schönried einen Besuch abzustatten. Tut mir leid, dass es jetzt doch ein bisschen länger gedauert hat! Wie ihr wisst, hat es diesen Sommer sehr viel geregnet und so musste ich den Genuss eines feinen Fondue im Riesen-Caquelon immer wieder hinauszögern.

Während meinem ständigen Herauszögern wurde das Angebot im Fondueland Gstaad erweitert. So kam es, dass ich anfangs Januar vom neuen Jahr gar die Wahl zwischen dem schon bekannten Caquelon im Schlittmoos und dem neu errichteten Caquelon auf der vorderen Wispile hatte.
Mein Entscheid war schnell gefällt und ich entschied mich, in Gesellschaft zweier guter Freunde, das neuste Angebot auf dem Gstaader Hausberg zu besuchen. Die Vorfreude war grösser als je zuvor. Wer kommt schon auf die Idee, ein Fondue Caquelon in Menschengrösse zu bauen, um darin im Kreise von Bekannten und Freunden an einem Tisch mit schöner Aussicht ein Fondue zu essen? Und dann die gelungene Umsetzung mit dem Fonduerucksack, der bei den Molkereien in Gstaad, Saanen, Schönried oder Zweisimmen abgeholt werden kann! Die originellen Ideen faszinieren mich!

Wir holten also unseren vorbestellten Fonduerucksack in der Molkerei Gstaad ab. Mit Schlitten und Fonduerucksack im Gepäck genossen wir die Bergfahrt auf die Wispile, inklusive bester Aussicht auf das beeindruckende Saanenland. Während der zirka 40 minütigen Wanderung zum Caquelon stieg der Gluscht und die Freude auf das feine Gstaader Fondue stetig. 

Aussicht auf der Wispile

Eilig packten wir den Fonduerucksack aus, wobei folgende Utensilien ans Tageslicht kamen: Die feine Fonduemischung, knuspriges Fonduebrot, Gewürze, ein Caquelon, das Rechaud, Brennpaste sowie Teller und Gabeln. Tiptop! Dem Fonduegenuss stand somit nichts mehr im Wege…ausser der Zubereitung natürlich :)

Das neue Caquelon mit dem Oldenhorn im Hintergrund
           
So nahmen wir das Rechaud hurtig in Betrieb und rührten trotz kalten Fingern eifrig unsere Fonduemischung. Als das Fondue dann schöne lange Fäden zog, konnte der Gaumengenuss starten! Zum Glück hatten wir uns von der Molkerei einen passenden Weisswein empfehlen lassen, sodass auch unser Durst mit etwas hochqualitativem gestillt werden konnte. Was gibt es schöneres, als mit Freunden an einem der schönsten Orte überhaupt, umgeben vom schön weissen Schnee, ein Fondue zu geniessen und mit einem Gläschen Weisswein aneinander zu zuprosten? Spontan fällt mir definitiv gerade echt nichts Besseres ein. 

Zum Abschluss von dieser einmaligen Gourmeterfahrung, genossen wir eine rasante Schlittenfahrt zurück ins Tal. Während der Postautofahrt von Gsteig nach Gstaad hatten wir genug Zeit, um diesen erlebnisreichen Tag Revue passieren zu lassen.  
Ich hoffe auch ihr kommt eines Tages in den Genuss eines feinen Fondue in einem der beiden Riesen-Caquelons!

Donnerstag, 8. Januar 2015

ME in Not?

In meinem warmen, von Arbeitsaufträgen umgebenen Büro erweckte ein besonderes E-Mail meine Aufmerksamkeit. Es war die Einladung zur jährlichen Bergungsübung der Bergbahnen Destination Gstaad AG. Genau mein Ding! Es war sowieso höchste Zeit, nach dem Weihnachtsmarkt in Saanen (siehe mein letzter Post) wieder etwas Actionreiches zu erleben.

Gewagt, getan. Am besagten Tag waren wir etwa 40 Personen, in warmer Kleidung bei der Talstation im Rübeldorf. Dick eingepackt in Skihosen, Skisocken und warmen Schuhen, bestieg ich optimistisch die Sesselbahn. Wir wurden alle einzeln auf die Sessel eingeteilt, damit die Retter ein möglichst grosses Übungsfeld hatten. Als schlauer Fuchs bestieg ich gleich nach den erfahrenen Männern die Bahn. Um 15.50 Uhr wurden wir als erste in die Höhe transportiert. Dicke Schneeflocken windete es mir ins Gesicht, ach wie schön der Winter ist.

Gespannt erwartete ich den "Ausfall" der Bahn. Zu meinem Erstaunen kamen wir bei der Bergstation an und fuhren gleich wieder in Richtung Tal. Auf der Höhe der Mojo-Bar kam dann der Stillstand – Punkt 16.05 Uhr. Es wurde auf einmal ganz leise. Und frisch. Ich wartete. Und wartete im langsam schwindenden Tageslicht.


Wir harrten in der Kälte aus.

Nach etwa 20 Minuten näherte sich ein Quad. Der Fahrer verschaffte sich zunächst einen Überblick, an welchen Standorten sich Personen auf der Bahn befanden. Ich wünschte mir sehnlichst wärmere Handschuhe herbei. Der Schnee klebte an meiner Kleidung.

Gegen 17 Uhr erreichte mich das Rettungsteam. Zwei Männer kletterten auf den Masten oberhalb meines Sessels. Der Mann am Boden übernahm die Sicherung. Am Tragseil entlang begab sich einer der Retter auf den Weg zu mir. Mit sicheren Handgriffen seilte er sich auf meine Höhe herunter. Ruhig begrüsste er mich und übergab mir den Rettungsgurt. Ja, im Fachjargon heisst das Teil tatsächlich Rettungswindel. Dankbar, nun bald wieder an die Wärme zu gelangen, zog ich also die Windel über. Der Retter befestigte mich mithilfe eines Karabiners am Ablassseil. Ein wenig Mut brauchte es dann schon, wenn man aufgefordert wird, in einigen Metern Höhe den Sessel einfach so zu verlassen. Langsam setze ich mich in Bewegung. Ein kleiner Ruck, und schon erfüllte die Rettungswindel ihren Zweck als halbwegs komfortabler Sitz. Der Helfer am Boden sicherte mein Seil und lies mich sanft zu Boden. Dort wurden die Personalien aufgenommen, danach wurden die geretteten Personen mithilfe eines Quads an die Wärme ins Bergrestaurant Eggli geführt.

Der Retter ist in Anmarsch.

Glücklich, sicheren Boden unter den Füssen zu haben, wärmten wir uns auf. Nach 18 Uhr waren alle Retter und alle geretteten Personen zufrieden im Berghaus. Dank der Übungsbesprechung können im nächsten Einsatz (vielleicht Ernstfall) noch einige Details verbessert werden.


Nach einem wunderbaren Fondue war die Kälte vergessen. Die Erfahrung, dass eine Stunde allein auf einem Sessellift schon sehr kalt werden kann, lässt mich beim nächsten Skifahren sicherlich noch wärmer anziehen. Das Erlebnis mit dem Top-Personal der Rettungsequipen der Gruppen SAC Sektion Oldenhorn, SAC Sektion Pays-d‘Enhaut und dem Rettungspersonal der BDG AG gibt mir zudem ein grosses Gefühl von Sicherheit.