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Freitag, 13. April 2012

Dieses Rindviech heisst ja so wie ich...

„Du hast ab jetzt ein Paten-Rind.“ Als Ruth mir diese Botschaft überbrachte, war ich ehrlich gesagt etwas überfordert. Ein Rindvieh, das ab sofort so heisst wie ich. Was hat das zu bedeuten?

Nun ja, mein (Vor-)Name ist ja eigentlich ganz ok – schöner jedenfalls als die schnöde Ohrmarken-Nummer, die dieses kleine Wesen seit kurz nach der Geburt zierte. Aber eine Kuh… benannt nach mir… hmm. Ach was soll’s, nehmen wir’s sportlich und freuen uns über dieses überraschende Ereignis.

Aber was macht man denn nun als Rinder-Gotti? Muss ich mich jetzt um das Vieh kümmern, es gar mit der Züglete auf den Berg hinauf begleiten? Werden regelmässige Tanten-Besuche, Geburtstageschenke und Nachfragen über Wachstum und Verdauungsfunktionen von mir erwartet? Was entspricht der hiesigen Tradition und wie soll ich mich verhalten? Ich stehe voll auf dem Schlauch und ergreife die Flucht nach vorn.

„Ok, ich komme das Schätzlein gern besuchen“, rufe ich Ruth freudig zu. So ein Kälbchen ist ja schliesslich mega-goldig und wann habe ich schon mal Gelegenheit, ein so junges Tierli zu kraueln…? „Kann ich dem Kleinen etwas mitbringen, einen Apfel vielleicht?“ Ihr könnt euch ja vorstellen, welch schallendes Gelächter ich für diese zugegeben etwas einfältige Frage geerntet habe. Ruth kichert heute noch, wenn sie an diese Anekdote denkt.

Die erste Begegnung verlief ruhig und vorsichtig. Kalb und ich – Auge in Auge für ca 10 Sekunden. Ich musste beim Annäherungsversuch wohl einen gruseligen Eindruck erweckt haben, denn das Kleine sprang schier panisch in die hinterste Ecke des Stalls, um dort dann auch zu bleiben. Um es nicht zu traumatisieren, trat ich den Rückzug an. Ruth hatte inzwischen ein feines Raclette gerichtet, was mir persönlich viel besser schmeckte als die üblichen Tanten-Tauf-Torten.  





 

Ruth hat mir noch ein paar Fotos von der „unheimlichen“ Begegnung geschickt. Die habe ich dann zu einem Kunstwerk für meine Küche verwurstelt. 



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