Der unterhaltsame Blog-Channel aus der Ferienregion Gstaad mit erlebnisreichen Posts von "Me"

Dienstag, 30. September 2014

Adventure Paragliding

Einer meiner besten Freunde schleppte mich vor wenigen Tagen bei strahlendem Sonnenschein auf den Gstaader Hausberg, die Wispile. An der Talstation stellte er mich einem jungen, mir unbekannten Herrn mit Gleitschirm vor. Spätestens jetzt hätten meine Alarmglocken läuten müssen, doch irgendwie brachte mich diese neue Bekanntschaft noch nicht gross ins Grübeln. Als dieser nette junge Mann jedoch mit uns in die Gondel stieg, schwante mir etwas. Wollte mich mein Freund tatsächlich mit einem Paragliding-Flug überraschen? Oh Schreck, er wollte! Ich hatte mich auf eine Wanderung oder ein Mittagessen auf der Wispile eingestellt. Mit einem solchen Abenteuer hatte ich jedoch echt nicht gerechnet! :)


Mit der Gondel fuhren wir auf die Wispile und spazierten die 10 Minuten hinüber zum Startpunkt. Die Startwiese war voll von vorfreudigen Paraglidern. Mir kam’s vor, als würden sie schon fast im 5-Minuten-Takt starten. Der freundliche Tandempilot brauchte keine 10 Minuten, das Material vorzubereiten. Er packte den grossen Rucksack mit dem Gleitschirm aus, breitete ihn aus, zog sich einen Helm, einen Overall und den Anseilgurt an und half mir beim Paratmachen – und los soll es gehen. Ich wurde sehr nervös. Ich wollte kaum glauben, dass ich gleich in die Luft gehen sollte. Freude und Angst überragten mich gleichzeitig.


Mein Freund meinte noch aufmunternd, wenn er fliegen würde, hätte er am meisten Angst vor der Landung. Huch, an die habe ich ja noch gar nicht gedacht! Ich musste mich erst mal sammeln, um den Start zu schaffen. Ich wünschte mir einen Moment lang, ich wäre einfach schon sicher und lebend am Ziel angekommen. Weshalb sind wir nicht einfach ins Bergrestaurant, um da gemütlich ein Mittagessen zu geniessen? Aber gleich im nächsten Moment freute ich mich doch auch wieder riesig auf das Abenteuer. Und so schnell sich meine Gedanken im Kreise drehten, so schnell starteten wir auch schon.Der Tandempilot erklärte mir, dass ich zuerst langsam laufen, auf sein Kommando dann immer schneller laufen soll. Und da rannten wir keine 30 Meter und schon war mein ganzer Körper in der Luft – ME in der Luft! Wow, ist das ein tolles Gefühl! Einen Freudenschrei konnte ich mir nicht verkneifen. Mal flogen wir schneller, mal langsamer. Je nach Thermik stiegen wir sogar etwas hoch. Eine Zeitlang dufte ich das „Steuer“, also die an einer Halterung gebundenen Seile, gar selbst in die Hände nehmen. Die anfängliche Aufregung habe ich schnell vergessen und genoss einfach den Blick über meine Lieblingslandschaft.


Kurz vor der Landung wurde es aber für mich doch nochmal recht happig. Wir drehten in schnellen Kreisen, um an Höhe zu verlieren. Mir wurde ziemlich übel. Halb durchgefroren (jetzt war auch mir klar, wieso der Tandempilot so einen warmen Anzug angelegt hatte) aber absolut begeistert bin ich auf dem Landegelände neben der Talstation Wispile gelandet.

PS: die Fotos hat mein Freund auf der Wispile geschossen, ich bin der mit dem weissen Schirm :)

Mittwoch, 10. September 2014

Es ist viel los im Saanenland!

Am Samstag, 6. September 2014, hatte man es wahrlich nicht leicht bei der Zusammenstellung des persönlichen Tagesprogramms. Ein Blick in den Veranstaltungskalender zeigte eine Fülle an tollen Events, die ich gerne allesamt besucht hätte. Nach sorgfältigem Abwägen entschied ich mich, die Hornberg Hornusset, die IV. Gstaad Promenade Party und das Red Bull Alpenbrevet mit meiner Anwesenheit zu beehren. Zum Glück ging dies auch zeitlich ziemlich gut auf – denn die Hornberg Hornusset begann schon um 9 Uhr, gefolgt vom Start der 1000 Töfflis des Alpenbrevets um 12 Uhr in Saanen und schliesslich der Gstaad Promenade Party am Nachmittag.

So nahm ich am Morgen den Sessellift in Schönried aufs Horneggli und wanderte gemütlich die 20 Minuten hinüber zum Hornberg zur Hornussete. Hornussen ist eine der traditionellen Schweizer Sportarten, bei welcher man mit einem Schläger auf einen Ball, den sogenannten „Nouss“, nicht grösser als ein Ping-Pong-Ball, schlägt. Ich war von all den Spielern absolut fasziniert. Wo ich doch nicht einmal mit dem Schläger den winzigen Nouss treffen würde, schlagen sie Spieler das Bällchen tatsächlich bis über 300 Meter weit – beeindruckend!

Die Kulisse auf dem Hornberg

Die Sonne schien mir ins Gesicht, die Aussicht auf dem Hornberg ist wunderschön und das Treiben äusserst spannend. Nichtsdestotrotz hatte ich ein gestopftes Programm und musste weiter. Über den Blumenweg wanderte ich zurück aufs Horneggli, um mit dem Sessellift wieder ins Tal zurückzukehren.

Pünktlich um 12 Uhr war ich also in Saanen auf dem Flugplatz-Areal, wo die ersten Töffli-Fahrer des Red Bull Alpenbrevets starteten. Bei diesem Event knattern rund 1000 harte Jungs und Mädels auf ihren Töfflis mit 30 km/h über den Col du Pillon, den Col de la Croix, den Col des Mosses und schliesslich zurück nach Saanen. 110 km galt es zu überwinden. Die teils sehr einfallsreich verkleideten Fahrer begeisterten das Publikum. Den Teilnehmern stand die Freude an der Kult-Rundfahrt ins Gesicht geschrieben. Ich wurde fast ein bisschen neidisch, nur zu gerne hätte ich hier auch mitgemacht. Aber es ist wohl besser so – denn wie ich mich kenne, und ihr mich bestimmt mittlerweile auch, wäre ich bestimmt noch auf den Latz gefallen.


Die "Töfflibuebe" erobern die Promenade

Nachdem alle Fahrer gestartet waren, widmete ich mich schliesslich dem dritten Programmpunkt des Tages – der IV. Gstaad Promenade Party. Lokale Geschäfte, Restaurants und Hotels offerierten an kleinen Marktständen regionale Köstlichkeiten. Ich degustierte Alp- und Hobelkäse, Weisswein, ein „Cüpli“ und Rösti mit Spiegelei. Höhepunkte waren dabei sicherlich die drei Zügleten, die die vielen Schaulustigen vollends zu begeistern vermochten. Der Treichlerklub Gsteig rundete den Event ab. Es war schön, den zufriedenen Gästen und Einheimischen in der vollen Promenade beim Flanieren zuzugucken.
Der Treichlerklub Gsteig in Aktion

Ich selber war beeindruckt von all den schönen und spannenden Eindrücke und werde nächstes Jahr bestimmt wieder am einen oder anderen von diesen Events anzutreffen sein.

Donnerstag, 4. September 2014

Kuhparade an der Gstaader Promenade

Wenn sich Ende August der Sommer dem Ende nähert, so bedeutet das für einen Älpler, seine sieben Sachen zu packen und mit Kühen und Käse den Weg Richtung Tal anzutreten. Irgendwann sind die Weiden in den Bergen abgegrast und oft bereits der erste Schnee in Sicht.

Ein Arbeitskollege informierte mich über eine der bevorstehenden Zügleten, die durch die Gstaader Promenade geführt wird. Züglete? Fragen sich nun wohl einige von euch. So nennt man bei uns im schönen Saanenland die traditionellen und sehr authentischen Alpabfahrten. Das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Dank dem  Veranstaltungskalender der Ferienregion Gstaad wusste ich, dass die Kühe im Laufe des Nachmittags in der Promenade eintreffen würden. So machte ich mich, ausgerüstet mit meiner Kamera, auf den Weg an die Promenade.

Ungefähr 10 Minuten bevor die Züglete dort eintreffen sollte, deutete noch gar nichts auf das kommende Spektakel hin. Nur ich stand etwas verloren da. In der Ferne vernahm ich nach einer gewissen Zeit ein leises, sich näherndes Glocken-Gebimmel. Die Vorfreude stieg und eine gewisse Spannung lag in der Luft. Schnell wollte ich noch eine Nachricht via Smartphone versenden, es blieb jedoch hierfür keine Zeit mehr. Die Kühe waren in Sichtweite. Schön geschmückt bahnten sie sich ihren Weg durch die Gstaader Promenade. Die Kühe legten ein ordentliches Tempo an den Tag, weshalb sich das Fotografieren etwas schwieriger gestaltete als gedacht.
Kuhparade an der Gstaader Promenade
Zig Kühe, eine schöner geschmückt als die andere, zogen an mir vorbei. Die Kuhglocken sorgten für eine ganz spezielle, einzigartig schöne Atmosphäre. Bereits nach wenigen Minuten waren alle Kühe an mir vorbeigezogen. Ebenso zügig kehrte auf der Gstaader Promenade wieder Ruhe ein. Der typische Kuhgeruch, welcher noch in der Luft lag, erinnerte an diesen traditionsreichen Augenschmaus von kurz zuvor. Die restlichen Hinterlassenschaften – super organisiert – wischte der Putzwagen gleich im Anschluss vom Pflaster.

Falls ihr auch einmal eine Züglete hautnah miterleben möchtet, dann schaut doch in den Veranstaltungskalender von Gstaad Saanenland Tourismus. Dort ist jeder Alpabzug mit einer genauen Routenbeschreibung eingetragen.

Bis bald, euer Me