Der unterhaltsame Blog-Channel aus der Ferienregion Gstaad mit erlebnisreichen Posts von "Me"

Mittwoch, 21. Januar 2015

Fondueland Gstaad – Ich bin beeindruckt!


Liebe Freunde, vor langer langer Zeit, ich glaube es war im Juni, habe ich euch versprochen dem Riesen-Caquelon im Schlittmoos ob Schönried einen Besuch abzustatten. Tut mir leid, dass es jetzt doch ein bisschen länger gedauert hat! Wie ihr wisst, hat es diesen Sommer sehr viel geregnet und so musste ich den Genuss eines feinen Fondue im Riesen-Caquelon immer wieder hinauszögern.

Während meinem ständigen Herauszögern wurde das Angebot im Fondueland Gstaad erweitert. So kam es, dass ich anfangs Januar vom neuen Jahr gar die Wahl zwischen dem schon bekannten Caquelon im Schlittmoos und dem neu errichteten Caquelon auf der vorderen Wispile hatte.
Mein Entscheid war schnell gefällt und ich entschied mich, in Gesellschaft zweier guter Freunde, das neuste Angebot auf dem Gstaader Hausberg zu besuchen. Die Vorfreude war grösser als je zuvor. Wer kommt schon auf die Idee, ein Fondue Caquelon in Menschengrösse zu bauen, um darin im Kreise von Bekannten und Freunden an einem Tisch mit schöner Aussicht ein Fondue zu essen? Und dann die gelungene Umsetzung mit dem Fonduerucksack, der bei den Molkereien in Gstaad, Saanen, Schönried oder Zweisimmen abgeholt werden kann! Die originellen Ideen faszinieren mich!

Wir holten also unseren vorbestellten Fonduerucksack in der Molkerei Gstaad ab. Mit Schlitten und Fonduerucksack im Gepäck genossen wir die Bergfahrt auf die Wispile, inklusive bester Aussicht auf das beeindruckende Saanenland. Während der zirka 40 minütigen Wanderung zum Caquelon stieg der Gluscht und die Freude auf das feine Gstaader Fondue stetig. 

Aussicht auf der Wispile

Eilig packten wir den Fonduerucksack aus, wobei folgende Utensilien ans Tageslicht kamen: Die feine Fonduemischung, knuspriges Fonduebrot, Gewürze, ein Caquelon, das Rechaud, Brennpaste sowie Teller und Gabeln. Tiptop! Dem Fonduegenuss stand somit nichts mehr im Wege…ausser der Zubereitung natürlich :)

Das neue Caquelon mit dem Oldenhorn im Hintergrund
           
So nahmen wir das Rechaud hurtig in Betrieb und rührten trotz kalten Fingern eifrig unsere Fonduemischung. Als das Fondue dann schöne lange Fäden zog, konnte der Gaumengenuss starten! Zum Glück hatten wir uns von der Molkerei einen passenden Weisswein empfehlen lassen, sodass auch unser Durst mit etwas hochqualitativem gestillt werden konnte. Was gibt es schöneres, als mit Freunden an einem der schönsten Orte überhaupt, umgeben vom schön weissen Schnee, ein Fondue zu geniessen und mit einem Gläschen Weisswein aneinander zu zuprosten? Spontan fällt mir definitiv gerade echt nichts Besseres ein. 

Zum Abschluss von dieser einmaligen Gourmeterfahrung, genossen wir eine rasante Schlittenfahrt zurück ins Tal. Während der Postautofahrt von Gsteig nach Gstaad hatten wir genug Zeit, um diesen erlebnisreichen Tag Revue passieren zu lassen.  
Ich hoffe auch ihr kommt eines Tages in den Genuss eines feinen Fondue in einem der beiden Riesen-Caquelons!

Donnerstag, 8. Januar 2015

ME in Not?

In meinem warmen, von Arbeitsaufträgen umgebenen Büro erweckte ein besonderes E-Mail meine Aufmerksamkeit. Es war die Einladung zur jährlichen Bergungsübung der Bergbahnen Destination Gstaad AG. Genau mein Ding! Es war sowieso höchste Zeit, nach dem Weihnachtsmarkt in Saanen (siehe mein letzter Post) wieder etwas Actionreiches zu erleben.

Gewagt, getan. Am besagten Tag waren wir etwa 40 Personen, in warmer Kleidung bei der Talstation im Rübeldorf. Dick eingepackt in Skihosen, Skisocken und warmen Schuhen, bestieg ich optimistisch die Sesselbahn. Wir wurden alle einzeln auf die Sessel eingeteilt, damit die Retter ein möglichst grosses Übungsfeld hatten. Als schlauer Fuchs bestieg ich gleich nach den erfahrenen Männern die Bahn. Um 15.50 Uhr wurden wir als erste in die Höhe transportiert. Dicke Schneeflocken windete es mir ins Gesicht, ach wie schön der Winter ist.

Gespannt erwartete ich den "Ausfall" der Bahn. Zu meinem Erstaunen kamen wir bei der Bergstation an und fuhren gleich wieder in Richtung Tal. Auf der Höhe der Mojo-Bar kam dann der Stillstand – Punkt 16.05 Uhr. Es wurde auf einmal ganz leise. Und frisch. Ich wartete. Und wartete im langsam schwindenden Tageslicht.


Wir harrten in der Kälte aus.

Nach etwa 20 Minuten näherte sich ein Quad. Der Fahrer verschaffte sich zunächst einen Überblick, an welchen Standorten sich Personen auf der Bahn befanden. Ich wünschte mir sehnlichst wärmere Handschuhe herbei. Der Schnee klebte an meiner Kleidung.

Gegen 17 Uhr erreichte mich das Rettungsteam. Zwei Männer kletterten auf den Masten oberhalb meines Sessels. Der Mann am Boden übernahm die Sicherung. Am Tragseil entlang begab sich einer der Retter auf den Weg zu mir. Mit sicheren Handgriffen seilte er sich auf meine Höhe herunter. Ruhig begrüsste er mich und übergab mir den Rettungsgurt. Ja, im Fachjargon heisst das Teil tatsächlich Rettungswindel. Dankbar, nun bald wieder an die Wärme zu gelangen, zog ich also die Windel über. Der Retter befestigte mich mithilfe eines Karabiners am Ablassseil. Ein wenig Mut brauchte es dann schon, wenn man aufgefordert wird, in einigen Metern Höhe den Sessel einfach so zu verlassen. Langsam setze ich mich in Bewegung. Ein kleiner Ruck, und schon erfüllte die Rettungswindel ihren Zweck als halbwegs komfortabler Sitz. Der Helfer am Boden sicherte mein Seil und lies mich sanft zu Boden. Dort wurden die Personalien aufgenommen, danach wurden die geretteten Personen mithilfe eines Quads an die Wärme ins Bergrestaurant Eggli geführt.

Der Retter ist in Anmarsch.

Glücklich, sicheren Boden unter den Füssen zu haben, wärmten wir uns auf. Nach 18 Uhr waren alle Retter und alle geretteten Personen zufrieden im Berghaus. Dank der Übungsbesprechung können im nächsten Einsatz (vielleicht Ernstfall) noch einige Details verbessert werden.


Nach einem wunderbaren Fondue war die Kälte vergessen. Die Erfahrung, dass eine Stunde allein auf einem Sessellift schon sehr kalt werden kann, lässt mich beim nächsten Skifahren sicherlich noch wärmer anziehen. Das Erlebnis mit dem Top-Personal der Rettungsequipen der Gruppen SAC Sektion Oldenhorn, SAC Sektion Pays-d‘Enhaut und dem Rettungspersonal der BDG AG gibt mir zudem ein grosses Gefühl von Sicherheit.