Der unterhaltsame Blog-Channel aus der Ferienregion Gstaad mit erlebnisreichen Posts von "Me"

Donnerstag, 10. März 2016

Me und das Märzenwasser

Es herrschte herrliche Winterstimmung, als ich am Dienstagmorgen aus dem Haus ging. Das ganze Saanenland war tief eingeschneit und Frau Holle schüttelte ihre Kissen munter weiter.


Ich holte meine Grossmutter ab, um mit ihr einen Spaziergang im hiesigen Winterparadies zu unternehmen.
Gerade als ich vor ihrem Garten stand, war sie im Begriff eine grosse Salatschüssel, gefüllt mit flockigem Neuschnee ins Haus zu tragen. Verwundert blieb ich stehen und erkundigte mich, was sie da genau mache. Sie lachte und fragte mich, ob ich denn noch nie vom Märzenwasser gehört hätte. Ich verneinte. Wie vielleicht manche von euch kannte ich das Märzenwasser bis anhin noch nicht.


Verschneites Saane-Ufer, im Hintergrund Le Rubli

Dick eingepackt, machten wir uns auf den Weg von Gstaad nach Saanen. Im Wald, der Saane entlang, war die Stimmung romantisch, der luftige Schnee, knirschte unter meinen Fusssohlen und meine Grossmutter begann mir zu erzählen, was es mit dem Märzenwasser auf sich hat:

Man stelle während eines grossen Schneefalls im März einen Behälter mit viel Auffassungsvermögen, wenn möglichst aus Glas, ins Freie, etwa in den Garten. Es kann beispielsweise eine Salatschüssel oder eine bauchige Blumenvase sein. Am besten sollte man dies über Nacht machen, denn meine Grossmutter betonte, dass der Schnee keinen Kontakt mit dem Sonnenlicht haben sollte. Ausserdem sollte er weder mit Metall, Holz noch Plastik in Berührung kommen.
Es braucht eine Zeit bis der Schnee geschmolzen ist. An welchem Ort das Wasser gelagert wird, spielt keine Rolle, solange man die oben genannten Prinzipien beachtet.

Bereits zu diesem Zeitpunkt war ich völlig gepackt von diesem Phänomen. Doch die Sensation hatte gerade erst angefangen.
Wenn es dann soweit ist, und dieser besondere Schnee geschmolzen ist, wird er in Flaschen abgefüllt, die Art der Flasche spielt dabei keine Rolle. Das Märzenwasser bleibt im Gegensatz zu herkömmlichem Hahnenwasser oder Wasser aus dem Detailhandel für unbegrenzte Zeit frisch und entwickelt keinen Faulgeschmack. Dies ist auf die Moleküle im Märzenwasser zurück zu führen, sagt meine Grossmutter.
Bei Verbrennungen soll das Märzenwasser Wunder wirken. Es wird grosszügig auf ein Stück sterile Gaze gegossen und auf die verbrannte Stelle auf die Haut gelegt. Egal wie stark die Verbrennung ist, der Heilungsprozess verläuft angeblich ruhig und es bilden sich weder Brandblasen noch wird man Narben davontragen, sagt man.

Ich war sprachlos. Doch ist das wirklich möglich?
Man kann es nicht mit Sicherheit sagen, man kann es nur ausprobieren. Meine Grossmutter auf jeden Fall schwört bedingungslos auf das Märzenwasser. Schon manches Küchenpersonal, wie auch sie, behandelten mit diesem Wundermittel ihre Verbrennungen.

Schneebedeckte Märchenlandschaft auf dem Sparenmoos

Fasziniert von diesem Phänomen, entschloss ich beim nächsten Märzschnee, mein eigenes Märzenwasser zu produzieren. Was ist mit euch, habt ihr auch Lust es auszuprobieren? Wenn ja, ich drücke euch die Daumen.

Ein kleiner Geheimtipp: In der Buvette Muma auf dem Sparenmoos ist es möglich das Märzenwasser in kleinen Fläschchen zu kaufen.

Freitag, 4. März 2016

Me beim Nachtskifahren mit Fondue-Ronda

Zweisimmen Tourismus liess sich zum Abschluss der Nachtskifahr-Saison 2015/16 etwas ganz Spezielles einfallen. Nachtskifahren an sich ist schon etwas Besonderes. Wenn dieser Anlass noch mit einem Fondueessen gespickt ist, wird es zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Ich war diesen Winter bereits beim Nachtskifahren an der Wispile und durfte dort mit Flutlicht die Piste runter sausen. Da liess ich mir eine zweite Chance, inklusive Fondue-Plausch nicht nehmen.
Voller Erwartung begab ich mich mit Freunden um 18 Uhr nach Zweisimmen zur Talstation Rinderberg.
Wir waren bei Weitem nicht die einzigen, die von diesem Novum begeistert waren. Etliche „angefressene“ Skifahrer und Snowboarder standen bei der Talstation Schlange, um einen Fondue-Pass für 10 Franken zu ergattern.

Obwohl ich mich gut eingepackt hatte und wie ein Eskimo fühlte, froren mir beinahe die Finger ab. Trotz einem geliehenen, zweiten Paar Handschuhe, verbesserte sich der Zustand meiner Finger erst nach zwei Abfahrten, als ich mir die erste Portion Fondue und ein Glas Weisswein zu Gemüte führte. Die Stimmung war locker und es wurde viel gelacht.

Ausgelassene Stimmung beim Fondueplausch

Nach der ersten Stärkung bei der Talstation machten wir uns auf den Weg zur Mittelstation. Ohne die Skis ausziehen zu müssen, genossen wir eine zweite Runde Fondue in angenehmer Gesellschaft.

Durch das rege Treiben auf der Skipiste bildeten sich von Zeit zu Zeit einzelne Unebenheiten. Und genau so ein kleiner Schneehaufen wurde mir dann auch zum Verhängnis. Ich verlor die Kontrolle, konnte mich nicht mehr halten und flog kopfüber in den Schnee. Nachdem ich mich aufgerafft hatte und wir uns die Tränen vor Lachen über meine Tollpatschigkeit aus dem Gesicht gewischt hatten, legten wir unseren letzten Zwischenstopp im Restaurant Fang ein.

Romantische Abendstimmung am Rinderberg

Wir haben noch ein letztes mal das Brot im Fondue Caquelon getunkt, und traten nach diesem gelungenen Abend mit vollem Bauch und einem Rucksack voller guter Eindrücke gegen 21.30 Uhr die Heimreise ins Tal an.

Ich hoffe dieser super Anlass wird im nächsten Winter wieder stattfinden. Dann werde ich auf jeden Fall wieder mit von der Partie sein.